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Pflege-Lexikon

Hier finden Sie allgemeine Informationen zum Thema Pflege und Pflegeberufe sowie aktuelle Tipps für Pflegende in der Corona-Pandemie.

Der Pflegebegriff umfasst Handlungen und Maßnahmen, die zum individuellen Wohlbefinden und zur Genesung eines pflegebedürftigen Menschen beitragen. Die professionelle Pflege richtet sich an Menschen in allen Lebensphasen. Darunter versteht man allgemein:

  • Aufgaben in der Therapie, Prävention und Rehabilitation (bei Erkrankungen, in der Langzeitpflege und in der palliativen Betreuung)
  • Beratung und Begleitung von pflegebedürftigen Personen und ihren Angehörigen sowie Unterstützung bei pflegerischen Aufgaben
  • Vermitteln von Zuversicht über die praktischen pflegerischen Maßnahmen hinaus

Eine umfassende und international anerkannte Definition von professioneller Pflege ist die ICN-Definition (International Council of Nurses):
 
„Professionelle Pflege umfasst die eigenverantwortliche Versorgung und Betreuung, allein oder in Kooperation mit anderen Berufsangehörigen, von Menschen aller Altersgruppen, von Familien oder Lebensgemeinschaften sowie Gruppen und sozialen Gemeinschaften, ob krank oder gesund, in allen Lebenssituationen (Settings). Pflege umfasst die Förderung der Gesundheit, die Verhütung von Krankheiten und die Versorgung und Betreuung kranker, behinderter und sterbender Menschen. Weitere Schlüsselaufgaben der Pflege sind die Wahrnehmung der Interessen und Bedürfnisse (Advocacy), die Förderung einer sicheren Umgebung, die Forschung, die Mitwirkung in der Gestaltung der Gesundheitspolitik sowie das Management des Gesundheitswesens und in der Bildung.“
(Offizielle Übersetzung der ICN-Definition von Berufsverbänden in Deutschland, Österreich und der Schweiz; Quelle: Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe; www.dbfk.de; Stand: 09.03.2021)

© 123rf (Юлия Завалишина)


Pflegerichtungen – welche Bereiche gibt es?

 

Welche Pflegeformen gibt es?

In der Pflege gibt es verschiedene Bereiche. Grundlegend ist zunächst die Unterscheidung zwischen der Laienpflege und der professionellen Pflege: Wenn Personen ohne entsprechende Ausbildung, z.B. Bekannte oder Angehörige, Pflegebedürftige unterstützen, spricht man von Laienpflege. Bei der professionellen Pflege geht es hingegen um fachlich ausgebildetes Personal, das z.B. im Krankenhaus oder im Altenheim arbeitet. Hierbei werden zwei Unterbereiche unterschieden: die ambulante und die stationäre Pflege.

Die ambulante – oder mobile – Pflege findet im häuslichen Bereich statt und wird meistens über einen Krankenpflegedienst organisiert. Pflegebedürftige Menschen werden in ihrer vertrauten Umgebung bzw. zu Hause betreut. Zur ambulanten Pflege gehören Grundpflege, Hauswirtschaft, Kranken- und Kinderkrankenpflege oder psychiatrische Pflege. Die stationäre Pflege beinhaltet alle Pflegetätigkeiten und Maßnahmen, die in einem Krankenhaus oder in einem Pflegeheim stattfinden. Pflegebedürftige Menschen werden stationär in einer Versorgungseinrichtung für 24 Stunden täglich aufgenommen. Es gibt auch die Möglichkeit der teilstationären Pflege, die Elemente von beiden Pflegeformen vereint: Die Pflegebedürftigen können zu Hause wohnen und werden nachts oder tagsüber in einer teilstationären Einrichtung versorgt.

Was ist die Grundpflege?

© Shutterstock (Alexander Raths)

 

Die Grundpflege, auch „Direkte Pflege“ genannt, ist eine Leistung der Pflegeversicherung für pflegebedürftige Menschen. Sie bezeichnet die Unterstützung von pflegebedürftigen Menschen bei der alltäglichen Pflege und beinhaltet Tätigkeiten, die eine grundlegende Versorgung des Patienten gewährleisten, wie z.B. Körperpflege, Ernährung, Mobilität, Toilettengang, Förderung von Eigenständigkeit und Kommunikation. Diese Leistungen werden von Alten- oder Krankenpflegekräften, pflegenden Angehörigen oder Betreuungspersonen durchgeführt.

Bei der Grundpflege sind pflegebedürftige Menschen auf die Unterstützung einer Pflegeperson angewiesen. Diese Hilfe steht ihnen zu, wenn sie gewohnte Tätigkeiten nicht mehr alleine ausführen können. Auch die Kommunikation spielt dabei eine wichtige Rolle in der Vorbeugung von Erkrankungen. Die Grundpflege soll die Lebensqualität pflegebedürftiger Personen erhöhen. Die Leistungskataloge von ambulanten Pflegediensten sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, aber allgemein wird zwischen der „kleinen“ und der „großen“ Grundpflege unterschieden. Hierbei geht es um den Aufwand, den eine Pflegekraft oder eine betreuende Person beim Waschen, also bei der Körperpflege des Pflegebedürftigen, hat. (vgl. www.pflege.de)


Pflegeberufe

 

Was ist eine Pflegefachkraft?

Es handelt sich dabei um einen Ausbildungsberuf, den es seit der 2020 in Kraft getretenen Ausbildungsreform der Pflegeberufe gibt. Die Bezeichnung „Pflegefachkraft“ (oder „Pflegefachfrau/-mann“) umfasst sämtliche pflegerischen Berufe aus der Altenpflege, der Gesundheits- und Krankenpflege sowie der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Ein einheitliches Berufsbild gibt es somit nicht. Zwar verfügen alle Pflegefachkräfte über fachübergreifende Qualifikationen, jedoch sind sie in der Regel auf einen bestimmten Pflegebereich und die jeweilige Patientenklientel spezialisiert. Grundsätzlich besteht die Aufgabe einer Pflegefachkraft in erster Linie darin, Pflegebedürftige ihren Bedürfnissen entsprechend zu versorgen und zu unterstützen. Pflegefachkräfte arbeiten unter anderem in Krankenhäusern und Rehabilitationskliniken, in Alten- und Pflegeheimen oder auch bei ambulanten Diensten. (vgl. https://p-werk.de; www.mein-pflegejob.de)

© Shutterstock (kurhan)

 

Welche Pflegeberufe gibt es?

Je nach Pflegebereich und Bildungsweg gibt es verschiedene Möglichkeiten, in der Pflege tätig zu werden. Hier ein Überblick über gängige Ausbildungs- und Studienberufe:

Ausbildungsberufe

  • Fachkraft für Haushaltsführung und ambulante Betreuung
  • Hebamme/Entbindungspfleger/-in
  • Heilerziehungspfleger/-in oder Heilerziehungspflegehelfer/-in
  • Pflegefachkraft (generalistischer Abschluss, Altenpfleger/-in oder Gesundheits- und (Kinder)Krankenpfleger/-in) oder Fachkraft für Pflegeassistenz
  • Podologe/Podologin
  • Sozialbetreuer/-in oder Sozialassistent/-in

Studienberufe/-abschlüsse

  • Gerontologe/Gerontologin
  • Palliativpflegekraft
  • Pflegeexperte/Pflegeexpertin (Advanced Nursing Practice)
  • Pflege- und/oder Gesundheitswissenschaftler/-in
  • Pflege- und/oder Gesundheitsmanager/-in
  • Pflegepädagoge/Pflegepädagogin
  • Präventions-, Therapie- und Rehabilitationswissenschaftler/-in
  • Psychiatrische Pflegekraft

Weitere Infos im Internet

Pflegeberufegesetz – ein Überblick

Das Pflegeberufegesetz wurde 2017 beschlossen, um Pflegeberufe moderner und attraktiver zu machen, damit mehr Menschen die Ausbildung zur Pflegekraft in Erwägung ziehen. Zum 1. Januar 2020 ist das Gesetz in Kraft getreten, womit die bis dahin geltenden Alten- und Krankenpflegegesetze ersetzt wurden. Die drei Ausbildungsgänge zur Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflegekraft wurden so zu einem Ausbildungsgang, nämlich dem zur Pflegefachkraft, vereint. Die Generalisierung der Pflegeausbildung soll dazu beitragen, dass Pflegekräfte flexibel in ihrer Berufswahl sind und darüber hinaus in jedem Pflegebereich auf sämtliche Aufgaben des Berufsalltags vorbereitet sind, zumal sich die Aufgabenfelder in der Alten- und Krankenpflege häufig zu großen Teilen überschneiden. Ein besonderer Vorteil des neuen Gesetzes ist, dass für die Ausbildung anders als bisher kein Schulgeld zu entrichten ist. Die Ausbildung ist somit kostenlos und wird darüber hinaus vergütet. (vgl. https://medwing.com; www.jedermann-gruppe.de)

Weitere Infos im Internet

Die generalistische Pflegeausbildung

… dauert insgesamt drei Jahre: In den ersten zwei Jahren erfolgt die Grundausbildung, die für alle Auszubildenden gleich ist. Im dritten Jahr haben die Auszubildenden die Möglichkeit, sich auf einen Pflegebereich zu spezialisieren.

kann mit drei verschiedenen Abschlüssen beendet werden: als Altenpflegekraft, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegekraft oder (ohne Spezialisierung) als Pflegefachkraft.

… umfasst einen theoretischen und einen praktischen Teil: An Berufsfachschulen erhalten die Auszubildenden theoretischen Unterricht. Die praktische Schulung erfolgt in einer Einrichtung.

… ist kostenlos und wird vergütet: Die Auszubildenden müssen kein Schulgeld bezahlen und erhalten ein angemessenes Ausbildungsgehalt.

… wird in allen EU-Ländern anerkannt.

… kann durch ein dreijähriges Pflegestudium ergänzt werden, durch das wissenschaftliche Erkenntnisse angeeignet und ggfs. die Aufstiegschancen verbessert werden können. (vgl. www.jedermann-gruppe.de)

Weitere Infos im Internet


Pflege und Politik

 

Was tut die Bundesregierung für Pflegende und Pflegebedürftige?

Da die Menschen in Deutschland immer älter werden und somit die Zahl der Pflegebedürftigen zunimmt, steigt auch der Bedarf an Pflegekräften – insbesondere in der Alten- und Krankenpflege. Die Bundesregierung setzt sich daher dafür ein, die Arbeitssituation sowie die Bezahlung in Pflegeberufen zu verbessern. Mit der Ausbildungsreform wird versucht, Pflegeberufe moderner und attraktiver werden zu lassen, sodass sich mehr Menschen für die Ausbildung entscheiden. Gleichzeitig werden vor allem in der Altenpflege zunehmend mehr Stellen geschaffen. Die „Konzentrierte Aktion Pflege“ bemüht sich zudem, die Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte zu verbessern.

Auch die Situation für Pflegebedürftige versucht die Bundesregierung zu verbessern. Mit den neuen Pflegestärkungsgesetzen soll dazu beigetragen werden, dass Pflegebedürftige mehr Leistungen erhalten und Angehörigen mehr Entlastung und Sicherheit sowie eine bessere Beratung zu Pflegeleistungen ermöglicht werden. (vgl. Bundesregierung; www.bundesregierung.de)

Ziele der Bundesregierung

Die Bundesregierung versucht, die Pflege in Deutschland weiterhin spürbar zu verbessern. Den längerfristigen Zielen und Strategien entsprechend gehören zu den jüngsten Maßnahmen:

1. mehr Unterstützung für Pflegebedürftige und Angehörige (durch die „Pflegestärkungsgesetze“)
2. die Verbesserung der Pflegeausbildung (durch das „Pflegeberufegesetz“)
3. das Schaffen von Stellen (durch das „Sofortprogramm Pflege“)
4. das Besetzen von Stellen (durch die „Konzertierte Aktion Pflege“)
5. das Definieren von Standards (durch Personaluntergrenzen).

Genauere Informationen zu den Zielen und Strategien der Bundesregierung sind auf der Website des Bundesministeriums für Gesundheit zu finden. (vgl. Bundesgesundheitsministerium; www.bundesgesundheitsministerium.de)


Corona-Pandemie

 

Informationen für Pflegende

Für Pflegebedürftige und Pflegende stellt die Corona-Pandemie eine besondere Belastung dar. Zur Unterstützung stehen den Pflegenden verschiedene Angebote zur Verfügung. Im Folgenden findet sich ein grober Überblick über verschiedene Unterstützungsangebote für pflegende Angehörige und professionelle Pflegekräfte:

Pflegende Angehörige

  • Empfehlungen zu Hygienemaßnahmen im Alltag
  • Pflegetelefon: Informationen und Beratung (Mo-Do, 9-18 Uhr, Tel. 030 20179131)
  • Unterstützung bei psychischer Belastung
  • Pflegeunterstützungsgeld bei kurzzeitiger Arbeitsverhinderung (bis zu 20 Arbeitstage) oder Erstattung alternativer Versorgungslösungen

Professionelle Pflegekräfte

  • Empfehlungen zu verschärften Hygienemaßnahmen, u.a. im Kontakt mit infizierten Verstorbenen
  • Empfehlungen zur Unterstützung von isolierten Pflegebedürftigen (Lebensqualität erhalten)
  • psychische Unterstützung
  • Informationen zu arbeitsrechtlichen Fragen

Nähere Informationen finden Sie über die Linkliste.

© Shutterstock (Olena Yakobchuk)