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Leben in Deutschland

 

Deutschland gilt als eines der friedlichsten Länder weltweit. Von schweren Naturkatastrophen ist Deutschland bisher weitgehend verschont geblieben. Und das politische System ist stabil. Das alles macht es zu einem lebenswerten und angenehmen Ort zum Leben.

Deutschland: ein demokratischer Staat

Alle Staatsgewalt geht vom Volk aus, insbesondere durch regelmäßige Wahlen. Wahlen sind in Deutschland allgemein, unmittelbar, frei und geheim. Jeder Mensch, der die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, kann an allen Wahlen teilnehmen. Wer als Bürger/-in eines anderen EU-Landes seit mehr als drei Monaten in Deutschland lebt, kann sich an den Gemeinde- und Stadtratswahlen sowie den Wahlen zum Europäischen Parlament beteiligen.

Bürger/-innen haben die Möglichkeit, sich in Deutschland am politischen Leben zu beteiligen und auf die Politik Einfluss zu nehmen. Das ist auch durch die Mitarbeit in Parteien, Interessenverbänden, Gewerkschaften und Bürgerinitiativen möglich.

Deutschland: ein Rechtsstaat

Die Entscheidungen der Regierung sind an das Gesetz gebunden und die Handlungen des Staates können durch Gerichte kontrolliert werden. Das Bundesverfassungsgericht kann prüfen, ob neu erlassene Gesetze mit der Verfassung in Einklang stehen. Durch das Grundgesetzt werden jedem einzelnen Menschen wichtige Grundrechte zugesichert, unter anderem:

  • das Recht auf Leben
  • das Recht auf körperliche Unversehrtheit
  • Gleichheit aller vor dem Gesetz
  • Glaubens- und Meinungsfreiheit
  • Berufs- und Pressefreiheit

Deutschland: ein Sozialstaat

Jede Bürgerin und jeder Bürger sollte grundsätzlich durch Arbeit selbst für den eigenen Lebensunterhalt sorgen. Aber der Staat hilft den Menschen, die nicht oder nur eingeschränkt in der Lage sind, ihre Lebensgrundlage aus eigener Kraft zu sichern. Es gibt eine Reihe staatlicher Sozialleistungen. Zu den wichtigsten zählen die gesetzliche Sozialversicherung und das Arbeitslosengeld II, aber auch das Kindergeld.


Religionsfreiheit: ein wichtiges Thema

 

In Deutschland garantiert die Verfassung jedem Menschen Religionsfreiheit. Die Religionsfreiheit ist also ein Grundgesetz. Dieses garantiert:

... dass man seine eigene Religion frei wählen darf.
… dass man seine Religion anderen gegenüber benennen darf.
... dass man keine Religion zu wählen braucht.
… dass alle Religionen gleich behandelt werden, daher gibt es nach dem Grundgesetz keine Staatskirche.

Der Staat verhält sich gegenüber den Religionen neutral: Keine Religion darf vom Staat bevorzugt oder benachteiligt werden. Die große Mehrheit der Menschen in Deutschland besteht aus Christ/-innen: Über 24 Millionen Menschen in Deutschland gehören der katholischen Kirche an, fast ebenso viele der evangelischen. Aber auch orthodoxe Christ/-innen, Muslim/-innen, Jüdinnen und Juden, Buddhist/-innen und Mitglieder zahlreicher anderer Religionsgemeinschaften sind Teil der deutschen Gesellschaft.

Es gibt Feiertage in Deutschland, die sich an den christlichen Feiertagen orientieren, z. B. Weihnachten und Ostern. Für hohe Feiertage anderer Religionen gibt es in manchen Bundesländern die Möglichkeit, Kinder vom Schulunterricht befreien zu lassen.

 

Den Eltern bleibt die Entscheidung überlassen, ob ihr Kind am Religionsunterricht in der Schule teilnehmen soll. In der Regel wird in Schulen evangelischer und katholischer Religionsunterricht angeboten. Je nach Bedarf kann auch christlich-orthodoxer und jüdischer Religionsunterricht abgehalten werden. Auch islamischer Religionsunterricht wird in den meisten westdeutschen Bundesländern in deutscher Sprache im Schulversuch erprobt.

Weitere Informationen: Wissensportal BAMF | Integration und Wissensportal Politik


Aus dem Alltag in Deutschland

 

Einkaufen

In allen Städten, oft auch in Dörfern, gibt es Supermärkte, in denen man die wichtigsten Dinge für den Alltag bekommt: Brot, Fleisch, Joghurt, Schokolade, Putzmittel, Klopapier usw. Die Supermärkte haben normalerweise von 8.00 Uhr bis mindestens 20.00 Uhr geöffnet. Außerdem gibt es an vielen Orten ein- oder zweimal in der Woche (oft samstags) einen Wochenmarkt auf dem Marktplatz. Die Wochenmärkte dauern normalerweise vom frühen Morgen bis zum Nachmittag. Auf dem Wochenmarkt bekommt man frisches Obst, Gemüse und regionale Spezialitäten. Bäckereien, Fleischereien und andere kleine Läden haben zum Teil mittags geschlossen. Abends haben sie meistens nur bis 18.00 oder 18.30 Uhr geöffnet. Am Sonntag haben alle Geschäfte geschlossen, nur Tankstellen oder manche Läden in Bahnhören und Flughäfen haben geöffnet.

 

Verkehr

Viele Deutsche fahren kurze Strecken mit dem Fahrrad. Längere Strecken fahren sie mit dem Auto oder den öffentlichen Verkehrsmitteln: S-Bahn, U-Bahn, Straßenbahn und Bus. Die Fahrkarte kauft man meistens an einem Automaten an den Bahnhöfen und Haltestellen. Manchmal kann man das Ticket auch im Bus kaufen. Kinder, Schüler/-innen, Studierende, Behinderte und Senior/-innen bekommen günstigere Fahrkarten. In Bussen und Bahnen gibt es Fahrscheinkontrollen. Wenn man bei der Kontrolle keinen Fahrschein oder kein Ticket hat, muss man Strafe zahlen.

Pflichtversicherungen

Die wichtigsten Pflichtversicherungen sind die Krankenversicherung, die Rentenversicherung und die Arbeitslosenversicherung. Man zahlt monatlich oder jährlich einen Betrag an die Versicherung. Die Krankenversicherung bezahlt, wenn man zum Arzt geht oder Medikamente braucht. Von der Arbeitslosenversicherung bekommt man ein Jahr lang Geld, wenn man die Arbeitsstelle verliert und noch arbeitslos ist. Auch die Rentenversicherung ist für Arbeitnehmende Pflicht. Ist man angestellt, zahlt der/die Arbeitgeber/-in fast die Hälfte der Krankenversicherungs- und Sozialversicherungsbeiträge.

 

Bank und Geld

Wenn man in Deutschland lebt und arbeitet, braucht man ein Bankkonto. Das Konto kann man bei einer Bank oder Sparkasse eröffnen. Die meisten Banken und Sparkassen haben Filialen. Bekannte Banken sind z. B. Postbank, Deutsche Bank, Commerzbank, Sparkasse, Volksbank und die Landesbanken der einzelnen Bundesländer. Manche Banken kann man nur über das Internet nutzen. Die bekanntesten Direktbanken für Privatkund/-innen sind die ING-DiBa, norisbank, DKB und netbank. Online-Banken sind günstiger, allerdings haben sie keine Filialen: Die Kund/-innen müssen alle Bankgeschäfte online erledigen.

Bankgebühren: In der Regel muss man für die Nutzung eines Kontos Gebühren zahlen, für Schüler/-innen und Studierende ist das Konto kostenlos. Bei der Kontoeröffnung wird von der Bank oder Sparkasse zunächst die Identität (Pass oder Ausweis) geprüft. Bei vielen Banken lässt sich ein Konto auch online oder per Post eröffnen: Dafür muss das sogenannte Postident-Verfahren genutzt werden.

 

Miet- oder Eigentumswohnung?

Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern leben die meisten Deutschen zur Miete. Dafür gibt es einige Gründe: In Deutschland gibt es ein großes Angebot an Mietwohnungen in allen Lagen und Preisklassen. Viele Mietimmobilien sind in sehr gutem Zustand und unterscheiden sich qualitativ nicht von Eigentumswohnungen. Zudem gibt es in Deutschland einen speziellen Mieterschutz, der Mieter/-innen vor übertriebenen Mieterhöhungen und unbegründeten Kündigungen schützt. Wer eine Wohnung kaufen oder ein Haus bauen will, hat meist einen langen Weg vor sich, denn jeder Kauf von Grund oder Eigentum in Deutschland muss notariell begleitet werden. Ein/-e  Notar/-in muss nicht nur den Kaufvertrag erstellen und beurkunden, sondern auch rechtliche Fragen der Vertragspartner/-innen unparteiisch beantworten und die neuen Eigentumsverhältnisse ins Grundbuch der Gemeinde eintragen. Durch diese bürokratischen Vorschriften entstehen beim Immobilienkauf hohe Kosten für Gebühren und Urkunden.

 

Wohnungssuche

Wer eine Wohnung zur Miete sucht, wird am besten im Internet fündig. Aber auch in Zeitungen und über Aushänge kann man freie Wohnungen finden. Das Wohnungsamt einer Stadt kann auch bei der Wohnungssuche helfen. Ebenfalls können Immobilienmakler/-innen beauftragt werden. Diese vermitteln gegen Bezahlung Wohnungen und Häuser, wobei bei einer Vermietung Kosten in Höhe von maximal zwei Monatsmieten zuzüglich der Mehrwertsteuer zu bezahlen sind.

Anmeldung: Meldepflicht

In Deutschland besteht Meldepflicht: Sobald man eine neue Wohnung und damit auch eine neue Adresse hat, ist man verpflichtet, dies innerhalb von zwei Wochen der zuständigen Meldebehörde in der jeweiligen Gemeinde mitzuteilen. Bei Bedarf können Vermieter/-innen eine Bescheinigung ausstellen. Für eine verspätete Anmeldung gibt es hohe Strafen (bis zu 1.000 Euro).

 

Staatliche Unterstützung

Wer sich keine geeignete Wohnung leisten kann, kann einen Antrag auf Unterstützung vom Staat stellen. Mieter/-innen haben in dem Fall Anspruch auf Wohngeld. Ob und in welcher Höhe sie diesen Mietzuschuss bekommen, hängt von der Zahl der Haushaltsmitglieder, dem Gesamteinkommen und der Höhe der Miete ab. In den meisten Städten und Gemeinden gibt es Sozialwohnungen, die vom Staat gefördert werden, um eine preiswerte Miete zu ermöglichen. Diese dürfen nur an bedürftige Bevölkerungsgruppen vermietet werden. Um eine solche Wohnung mieten zu können, braucht man einen Wohnberechtigungsschein. Zuständig dafür ist die Stadt- oder Gemeindeverwaltung.

 

Mietwohnungen

In den Wohnungsanzeigen steht meist der Preis für die Kaltmiete. Dazu muss man noch die Nebenkosten (Ausgaben mit Wasser, Reinigung der Treppe und Müllentsorgung) zahlen. Heizung und Strom können je nach vertraglichen Bedingungen ein Teil der Nebenkosten sein. Kaltmiete und Nebenkosten zusammen heißen Warmmiete. Die komplette Warmmiete wird normalerweise zu einem festgelegten Termin an den/die Vermieter/-in überwiesen. Mietwohnungen sind in Deutschland normalerweise nicht möbliert. Es gibt in der Küche oft einen Herd, einen Kühlschrank und eine Spüle. Sachen, die von dem/der Vormieter/-in sind und in der Wohnung bleiben, z. B. eine Einbauküche, muss man ihm/ihr zahlen: Das nennt man Ablöse. Oft wollen Vermieter/-innen eine Kaution. Diese darf maximal drei Kaltmieten betragen. Beim Auszug wird überprüft, ob die Wohnung beschädigt ist. Wenn das der Fall ist, behält der/die Vermieter/-in einen Teil der Kaution ein. Wenn die Wohnung noch in gutem Zustand ist, wird die Kaution zurückgegeben.

 

Tipps

Hier sind noch ein paar Tipps und Hinweise für einen guten Start ins deutsche Leben und ein friedliches Zusammenleben in Deutschland. 

 

Vorstellungsrunde

Sobald man sich ein wenig eingelebt hat, sollte man sich bei den Nachbar/-innen vorstellen. Das ist natürlich freiwillig, gehört aber zum guten Ton! Und man lernt dadurch schnell neue Leute kennen.

Nachtruhe

Zwischen 22.00 und 06.00 Uhr darf kein Lärm gemacht werden. In diesem Zeitraum sollte man z.B nicht laute Musik hören oder die Waschmaschine laufen lassen. Partys müssen rechtzeitig angekündigt werden und dürfen nur nach Absprache mit den Nachbar/-innen gefeiert werden.

Haustiere

Kleintiere, die hauptsächlich in Käfigen, Aquarien oder Terrarien gehalten werden, kann man rein rechtlich in jeder Wohnung halten. Bei der Haltung von größeren Tieren, wie z. B. von Hunden und Katzen, muss man sich vorab von dem/der Vermieter/-in die Zustimmung einholen.

Kehrwoche

In fast allen deutschen Bundesländern gibt es Vereinbarungen darüber, wer in einem Mietshaus den Flur oder den Gehweg vor dem Haus reinigt. Im Winter müssen auch oft die Mietparteien abwechselnd Schnee auf dem Gehweg vor dem Haus räumen. In manchen Mietshäusern einigen sich die Eigentümer/-innen oder Mieter/-innen darauf, dass die Putz- und Räumarbeiten von einer Reinigungskraft erledigt werden. Dies wird dann über die Nebenkosten bezahlt.

Gutes Leitungswasser

Das Leitungswasser gilt in Deutschland als das am besten kontrollierte Lebensmittel. Man kann also Wasser aus dem Wasserhahn trinken, zum Kochen verwenden und auch Kleinkindern geben, ohne es vorher abkochen zu müssen. Bei Altbauten sollten man dennoch wegen der alten Rohre die Wasserqualität überprüfen lassen.

Mülltrennung

Zur Mülltrennung gibt es mehrere Tonnen in verschiedenen Farben. In jede Tonne darf nur eine Sorte Müll. Es gibt in jeder Stadt oder Gemeinde Informationenblätter, in denen erklärt wird, welche Art Müll wohin entsorgt werden muss. Meist gibt es eine Restmülltonne und eine gelbe Tonne (oder gelbe Säcke) für Plastikverpackung, Folien und Recyclingabfälle. Außerdem gibt es eine Tonne für Biomüll (Küchenabfälle und Essensreste) und eine für Altpapier. Wenn wiederholt Abfälle falsch entsorgt werden, bedeutet das nicht nur Streitereien mit den Nachbar/-innen, sondern auch mit dem Ordnungsamt der Gemeinde, was meistens ein Bußgeld nach sich zieht.

Weitere Informationen:


Viele Informationen zum Alltag und Leben in Deutschland (Kultur, Freizeit, Geschichte, Personen ...) sowie Ideen und Impulse für Ihren Unterricht finden Sie jeden Tag in unserer DaF-Idee des Tages:

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